Blaues Licht

Als die Filmemacherin Sophie Sonntag für einen Imagefilm von den Berliner Verkehrsbetrieben BVG engagiert wird, ahnt sich noch nicht, dass alles nur Fake und sie Teil einer großangelegten Kunstinszenierung ist.

Nach dem Dreh sind alle Speicherkarten verschwunden, landen ein paar Tage später aber anonym in ihrem Briefkasten. Sie geht der Sache auf den Grund und beschließt, aus der Geschichte einen Film zu machen. Das Ergebnis: eine 90-minütige Doku-Fiktion, die die Zuschauer im wahrsten Sinne des Wortes mit in den Untergrund nimmt.

Unter dem Vorwand einer offiziellen Presseeinladung der BVG geht es hinab in einen U-Bahntunnel – irgendwo unterhalb Berlins. Während direkt neben dem geladenen Publikum die U-Bahnen vorbeirauschen, beginnt auf einer Bühne ein Theaterstück, das die ahnungslosen Zuschauer bis in das Innerste der Subkultur Graffiti führt – mit all seinen Faszinationen, Abgründen und Emotionen.

https://urbanshit.de/rocco-und-seine-brueder-blaues-licht-film-kostenlos-im-stream/

https://vimeo.com/479852926

Alles ist eins. Außer der 0.

Sie sind Aktivisten, Spione, Genies: Ohne die Hacker schiene uns die schöne bunte, digitale Informationsgesellschaft als bestmögliche aller Welten. Sie sind die Aufklärer, die der blinde Glaube an die mehr oder weniger sozialen Netzwerke nötig hat. Am Anfang der Hacker-Kultur stand Deutschlands erster digitaler Bürgerrechtler: Wau Holland ist der Visionär einer demokratischen digitalen Kultur. 1981 gründete er mit einer Handvoll Mitstreitern den Chaos Computer Club (CCC), der durch spektakuläre Hacks und später durch Verstrickungen mit den Geheimdiensten weltbekannt wurde. Wau Holland und der CCC stehen für eine Praxis des ungehinderten sozialen Austauschs mit den Mitteln der Maschine. Digitalisierung ist für sie nicht nur Heilsbringer, sondern eine Regierungstechnik, von der nichts weniger als der soziale Zusammenhalt der Gesellschaft abhängt. Vom Computer-Nerd zum Datenkünstler, vom Einsiedler zum Medienstar, vom subversiven Hacker zum Verfechter der Demokratie: Der energiegeladene Dokumentarfilm ALLES IST EINS. AUSSER DER 0. zeigt mit cleveren Montagen, wie die großen Fragen unserer Gegenwart das Leben und Wirken Wau Hollands durchzogen. Gerade für die heutige Dynamik des Internets, in der eine Meinung nicht nur freie Äußerung, sondern immer auch eine Waffe ist, wirkt die Hackerethik des CCC wie ein Mahnmal zivilgesellschaftlicher Werte.

https://allesisteins.film

We Almost Lost Bochum

WE ALMOST LOST BOCHUM erzählt die Geschichte der Ruhrpott AG, der besten deutschen HipHop-Band, die nie den Sprung ins kollektive Bewusstsein vollzogen hat. Ein Film über Freundschaft, HipHop, Leben und Tod im Ruhrgebiet.

https://wealmostlostbochum.de

This American Life – Cars

Jeff Minton / This American Life

We spend a month at a Jeep dealership on Long Island as they try to make their monthly sales goal: 129 cars. If they make it, they’ll get a huge bonus from the manufacturer, possibly as high as $85,000 — enough to put them in the black for the month. If they don’t make it, it’ll be the second month in a row. So they pull out all the stops.

https://www.thisamericanlife.org/513/129-cars

I, Too

Langston Hughes 1936 by Carl Van Vechten / Public domain

I, too, sing America.

I am the darker brother.
They send me to eat in the kitchen
When company comes,
But I laugh,
And eat well,
And grow strong.

Tomorrow,
I’ll be at the table
When company comes.
Nobody’ll dare
Say to me,
“Eat in the kitchen,”
Then.

Besides,
They’ll see how beautiful I am
And be ashamed—

I, too, am America.

By Langston Hughes

Woman, seated, wearing jade earrings. Pendulant tumors in both breasts.

Lam Qua’s Portraits of Peter Parker’s Patients / Public domain

Lú-shú, aged 42, of the district of Nanhai, first presented herself at the hospital, April 17th; and when about to operate upon her, after a few weeks preparatory treatment, her impatient opium-smoking husband, suddenly summoned her home, and the woman returned and renewed the request to have her burden removed, which has increased nearly one third since she first presented herself.

Painting by Lam Qua from Peter Parker’s Lam Qua Paintings Collection at Yale University.

Gwendolyn

Gwendolyn Leick ist eine Meisterin der Haltung. Nicht von ungefähr zitiert die pensionierte Anthropologin, Autorin und Gewichtheberin eine Passage aus einem Gedicht von Gertrude Stein, die genau davon handelt: „If can in countenance to countenance a countenance as in as seen …“ Gwen ist gebürtige Österreicherin. Mitte der 1970er Jahre ging sie nach London, um ihre Dissertation über babylonische Flüche zu schreiben. Im Alter von 52 Jahren fing die zierliche Frau mit dem Gewichtheben an und hat seitdem zahlreiche internationale Titel gewonnen. Während sich Gwen mit ihrem langjährigen Coach Pat auf die europäischen Meisterschaften in Aserbaidschan vorbereitet, bewältigt sie eine halbseitige Gesichtslähmung und ihre inzwischen dritte Krebsoperation.

Nach dem Boxerinnenporträt „Tough Cookies“ von 2014 begibt sich Ruth Kaaserer erneut in ein sportliches Milieu, das wenig mit den gängigen Bildern von Kraftarbeit, Schinderei und Schweiß zu tun hat. Beherrschtere und anmutigere Szenen hat man wohl selten in einem Gym gesehen. Mit derselben geradlinigen Aufmerksamkeit widmet sich „Gwendolyn“ dem Alltagsleben dieser ungewöhnlichen Frau: Arztbesuche, das Zusammensein mit ihrem wesentlich jüngeren Ehemann Charlie, Gespräche mit ihrem Sohn über die Gemeinsamkeiten von Schreiben und Nähen. Manchmal bleibt keine Wahl – man muss die Nähte auftrennen.”

Esther Buss

https://www.3sat.de/film/dokumentarfilmzeit/gwendolyn-100.html